Wir alle kennen die Hochglanz-Anzeigen in den sozialen Medien: Flexible Arbeitszeiten, Obstkörbe und modernste Technik. Aber wie sieht es aus, wenn man dann wirklich vor Ort ist? Wir haben Kevin getroffen. Er ist Software-Entwickler und hat uns von einem Bewerbungsprozess erzählt, der ihn ratlos zurückgelassen hat. Ein Gespräch über Erwartungen, Enttäuschungen und die Frage nach der Aufrichtigkeit.
Redaktion: Kevin, du hast dich vor Kurzem gegen ein Jobangebot entschieden, das auf den ersten Blick eigentlich perfekt klang. Was ist passiert?
Kevin: (zuckt mit den Schultern) Es fing eigentlich gut an. Die Website war super, die Stellenausschreibung klang genau nach dem, was ich gesucht habe. Ich hatte richtig Lust auf das Team. Aber beim Termin vor Ort hat sich das Bild dann komplett gedreht. Es fühlte sich an, als hätte man mir ein Produkt verkauft, das im Karton gar nicht drin war.
Redaktion: Woran hast du das gemerkt?
Kevin: Es war das Gesamtpaket. Ich kam pünktlich an, aber niemand schien wirklich zu wissen, wer ich bin oder was ich hier soll. Ich wurde in ein kahles Besprechungszimmer gesetzt und musste erst mal zwanzig Minuten warten. Das ist kein Weltuntergang, aber es gibt einem eben sofort das Gefühl, dass die Zeit des Bewerbers nicht viel wert ist.
Redaktion: Wie lief dann das eigentliche Gespräch?
Kevin: Der Abteilungsleiter war eigentlich nett, aber er wirkte extrem gestresst. Er hat während des Gesprächs ständig auf seine Smartwatch geschaut und zwischendurch sogar einen Anruf angenommen. Er hat mir von „flachen Hierarchien“ erzählt, aber gleichzeitig sehr deutlich gemacht, dass hier am Ende nur eine Meinung zählt – seine. Es gab keine echte Neugier auf mich als Mensch, es ging nur darum, eine Lücke im Schichtplan zu füllen.
Redaktion: Gab es einen bestimmten Moment, in dem du innerlich „nein“ gesagt hast?
Kevin: Ja, als ich nach der Homeoffice-Regelung gefragt habe, mit der in der Anzeige groß geworben wurde. Die Antwort war: „Ja, das machen wir eigentlich nur im Notfall, wir wollen die Leute lieber hier sehen.“ Da fühlt man sich als Bewerber einfach ein bisschen hinters Licht geführt. Wenn man mit Benefits lockt, die man eigentlich gar nicht gewähren will, ist das Vertrauen weg, bevor man überhaupt angefangen hat.
Redaktion: Was hättest du dir stattdessen gewünscht?
Kevin: Einfach nur Ehrlichkeit. Man muss kein Super-Startup sein, um gute Leute zu finden. Aber man sollte zu dem stehen, was man ist. Wenn man ein klassisches Unternehmen mit festen Präsenzzeiten ist, dann sollte man das auch so sagen. Das ist für viele völlig okay – solange man fair und respektvoll miteinander umgeht. Ich brauche keinen Kicker-Tisch, ich brauche Klarheit.
Über den Autor & Transparenz-Hinweis
Autoren-Info: Dieser Beitrag wurde von unserem Redaktionsteam verfasst. Er basiert auf einem echten Gespräch mit einem Bewerber aus unserem Umfeld, um die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt aus der Sicht der Fachkräfte zu beleuchten.
Hinweis zur Erstellung: Der Text wurde von einem menschlichen Redakteur geschrieben. Um die Lesbarkeit zu erhöhen und das Interview kompakt zusammenzufassen, wurde eine KI für die finale Textstruktur genutzt.
Bildnachweis: Das Beitragsbild wurde mittels künstlicher Intelligenz generiert.

